Heinzelwein-Dreier für den Juli 2020: Schwarz und weiß – und Rosé.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mein Weinkonsum ist nach wie vor auf Corona-Niveau, und meine Grundstimmung nach wie vor auf Alarm – jeden Morgen auf eine neue Hiobsbotschaft vorbereitet, sei sie nun gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art… was ja aber letztendlich alles eins ist. Gleichzeitig, oder vielleicht gerade deswegen, gibt es intensiv schöne Momente. Zu denen wiederum häufig der Wein gehört, des Abends, auf dem Balkon, und zur Zeit, nicht sehr originell, sehr sehr gerne Rosé. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat Juli 2020 ist: Lausitzer vom Hof Schafgarbe, Ogrosen/Brandenburg

Ein knapp handtellergroßer, zweifingerhoher weißer Käse. Rindenlos, auf der Oberfläche lediglich die punktgleichen Abdrücke der Abtropfformen. Ausgesprochen schlicht also, der Lausitzer, den es auch in einer Version mit frischem Bärlauch gibt. Nach Feta-Vorbild reift er bis zu ein Jahr in Lake, und das Salz ist im ersten Moment im Geschmack relativ dominant, wird dann aber von der dichten Würze der Schafsmilch aufgefangen. Ich mag ihn sehr, den unprätentiösen kleinen Kerl: auf dem Käsebrett, einfach so, aber auch mit Tomaten und eigentlich jeder Art von Salat (Wassermelone!) und in Gemüsegerichten. Ich finde ihn aber auch deshalb großartig, weil er Teil eines ganzen Hofgefüges ist, und ich vom Hof Schafgarbe genauso gerne Fleisch und Wurst wie Käse kaufe. » Weiterlesen…

The cheese of the month for July 2020 is: Lausitzer from Hof Schafgarbe in Ogrosen/Brandenburg

A small white wheel of a cheese, two fingers high. Rindless, with just a few dots on the surface, left from the moulds the curd drained in. There is nothing fancy about the Lausitzer, which also comes in a version with fresh ramps. Like feta cheese it matures in brine for up to a year, and the salt does dominate the taste in the first moment, until the rich flavour of the sheep’s milk takes over and balances it. I really like this unpretentious little thing: on a cheese board, on its own, but also with tomatoes and in any kind of salad (water melon!) and vegetable dishes. However, and just as important, its beauty also lies in being part of a whole: I equally enjoy buying meat and sausages from Hof Schafgarbe. » Weiterlesen…

Heinzelcheese kocht #13: Grün! Spargel und Parmigiano. 19. Juni 2020

Übermorgen ist Sommeranfang. Vieles ist gut, vieles gar nicht. Was wird, weiß niemand. Also: weitermachen, so gut es geht. Den letzten Spargel auf den Teller packen – nächste Woche ist der 24., Johannistag, dann verabschieden sich die Spargelstecher, und die Pflanzen dürfen neue Kräfte sammeln für die nächste Saison. Heinzelcheese verabschiedet sich auch, zumindest die kochende, in die (Berliner) Sommerferien beziehungsweise eigentlich in die Virtuelles-Oxford-Symposium-Orga-Endspurt-Klausur… Und so unser Optimismus hoffentlich berechtigt ist, sehen wir uns im August – for real!! Doch jetzt erstmal hier und heute: grüner Spargel, Rucola, das frischeste Olivenöl, das Ihr finden könnt, und reichlich Parmigiano (ja, ich weiß, der ist nicht grün ;). » Weiterlesen…

Heinzelcheese kocht #12: Melonensalat mit Feta. 12. Juni 2020

In diesem merkwürdigen Jahr vergeht die Zeit in merkwürdigen, unregelmäßigen Sprüngen. War nicht eben noch Winter? Scheinbar plötzlich sind die Tage lang und hell bis spät in die Nacht, kündigen die Vögel nur wenige Stunden später schon wieder die Sonne an. Nächste Woche ist Sommeranfang! Höchste Zeit also sich darauf auch in der Küche einzustimmen. Deshalb gibt es heute Salat, rot leuchtende Wassermelone mit strahlend weißem Feta. Kürbiskerne und Oliven setzen den Kontrapunkt. Ein Gute-Laune-Essen, das auch an grauen Tagen und Momenten an die erfreulichen Seiten des Lebens erinnert – the crack in everything. » Weiterlesen…

Heinzelcheese kocht #11: Knisperknusperkäsechips. 5. Juni 2020

Gute Nachricht: der nächste “richtige” Heinzelcheesetalk-Termin steht, hurra! Denn Kochen und Backen macht Spaß, ersetzt aber doch auf gar keinen Fall unsere Treffen. Schlechte Nachricht: ist noch ziemlich lange hin, weil ich wenn dann wieder wirklich richtig einsteigen möchte. Deshalb: 14. August. Können wir uns umso länger drauf freuen – und noch ein bißchen weiter in der Küche werkeln. Heute Käse quasi in purezza, als knisperknusprige Chips. Schmecken einfach so (Achtung, Suchtpotenzial), zum Apero-Wein, auf dem Salat, der Suppe, dem Risotto, eigentlich immer und überall. » Weiterlesen…

The cheese of the month for June 2020 is: Grisette from Ziegenhof Scellebelle in Münster/Westphalia

“I’m so glad that with the cheese I finally found my life rhythm, and that is easily worth occasionally getting up in the middle of the night.” This sentence has staid with me ever since I heard it from Sabine Jürß. There is so much in there. That you need structure to make it through life in a decent way. That it can take a while until you find the right structure. That it’s ok to go your own ways. Because getting up in the middle of the night also implies no or very little social life with regular 8 to 5/Monday through Friday people. Instead: sixty goats, a stall at the farmers market and French style cheese, like the Grisette, a small charcoal-coated lactic wheel. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier für den Juni 2020: Zweimal weiß und trocken und ein Gedanke zum “Leicht haben” von Katharina Hacker

Es hört nicht auf… die Welt liegt im Argen, all der viel zu lange unter den Teppich gekehrte Dreck quillt uns entgegen. Nein, ich bin nicht plötzlich zur Pessimistin mutiert, finde es aber wirklich schwierig angesichts der gegenwärtigen Nachrichten noch klare Gedanken zu fassen. Um so wichtiger, es dennoch zu tun (James Baldwin bleibt leider immer weiter hochaktuell). Und gut zu trinken, statt vor Verzweiflung einfach zu saufen. Deshalb hier zwei gute trockene Weißweine, nämlich Huxelrebe von Alexander Gysler (den kennt Ihr schon vom PetNat letzten Monat) und Müller-Thurgau vom Weingut Clauß in Nack am Hochrhein, eine der südlichsten Ecken Badens, zwischen Zürich und Schaffhausen. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat Juni 2020 ist: Grisette vom Ziegenhof Scellebelle in Münster/Westfalen

“Ich bin so froh, mit dem Käse endlich einen guten Lebensrhythmus gefunden zu haben, dafür stehe ich auch gerne mal mitten in der Nacht auf.” Dieser Satz von Sabine Jürß geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es steckt soviel darin. Daß es Struktur braucht, um gut durchs Leben zu kommen. Daß es lange dauern kann, bis frau zur passenden Struktur findet. Daß es ok ist, sein eigenes Ding zu machen. Denn mitten in der Nacht aufstehen, das bedeutet auch kein oder sehr wenig “normales” Sozialleben mit 8-17h/Montag-Freitag-Menschen. Stattdessen: sechzig Ziegen, ein Marktstand und Käse nach französischem Vorbild, wie die Grisette, ein kleiner geaschter Frischkäsetaler. » Weiterlesen…