Der Käse des Monats für den Dezember 2020 ist: Takesumi von Chiyo Shibata, Fromagerie Sen in Ōtaki/Japan

Nein, ich war nicht in Japan. Aber ich könnte mir keinen geeigneteren Käse für den letzten Monats dieses ungewöhnlichen, verrückten Jahres vorstellen als diesen kleinen runden Kerl aus Kuhmilch von Chiyo Shibata aus Otaki, eine Stunde südöstlich von Tokio. Weil er zeigt, wie wunderbar das Heinzelcheese-Netzwerk allen Widrigkeiten zum Trotz funktioniert! » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat November 2020 ist: Heggelbacher Felsbrocken

Felsbrocken – das verspricht etwas Solides, eine verläßliche Basis, festen Boden unter den Füßen… alles Dinge, die wir im Moment dringend brauchen. Also Felsbrocken, in Käseform, für diesen unruhigen, dunklen Monat, und zwar von einem Hof, den ich erst vor kurzem richtig kennengelernt habe, und der tatsächlich ein Lichtblick und Hoffnungsträger ist: Heggelbach. » Weiterlesen…

Der Käse des Monats für den Oktober 2020 ist: Bleu d’Auvergne

Es ist genug in der Welt los, nah und fern, um dem Blues zu verfallen – und um so wichtiger, sich mit Gegenmitteln aller Art zu wappnen. Käse hilft, sagt Heinzelcheese… und wenn schon Blues, dann Bleu. Alle, die jetzt sofort die Nase rümpfen, weil “Blauschimmel so gar nicht…” – gemach. Manche Dinge sind vorurteilsfrei betrachtet und erlebt ganz anders und gar nicht so schlimm wie in der Vorstellung (politische Idioten und bestimmte Viren ausgeschlossen). Deshalb: Bleu d’Auvergne, der sanfte, sämige Blaue aus Zentralfrankreich. » Weiterlesen…

Der Käse des Monats für den September 2020 ist: Mahón!

Um es gleich vorwegzunehmen: diesen Käse, in dieser Qualität, gibt es nicht an jeder Straßenecke. Aber erstens seid Ihr diese Art von Kummer schließlich gewöhnt, zweitens war der Comté vom letzten Monat um so besser erhältlich, und drittens lest Ihr diesen Blog ja, weil Ihr von Neuem erfahren wollt! Also: Mahón. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat August 2020 ist: Comté!

Alles bleibt schwierig, und eigentlich (eines des Stichwörter dieser Krise) wollte ich die letzten Wochen ins Jura gereist sein usw. usf. – aber hey. Trotzdem (noch eines des Stichwörter) ist Comté der Käse für diesen Sommer-Monat. Zuverlässig. Unaufgeregt. Gut. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat Juli 2020 ist: Lausitzer vom Hof Schafgarbe, Ogrosen/Brandenburg

Ein knapp handtellergroßer, zweifingerhoher weißer Käse. Rindenlos, auf der Oberfläche lediglich die punktgleichen Abdrücke der Abtropfformen. Ausgesprochen schlicht also, der Lausitzer, den es auch in einer Version mit frischem Bärlauch gibt. Nach Feta-Vorbild reift er bis zu ein Jahr in Lake, und das Salz ist im ersten Moment im Geschmack relativ dominant, wird dann aber von der dichten Würze der Schafsmilch aufgefangen. Ich mag ihn sehr, den unprätentiösen kleinen Kerl: auf dem Käsebrett, einfach so, aber auch mit Tomaten und eigentlich jeder Art von Salat (Wassermelone!) und in Gemüsegerichten. Ich finde ihn aber auch deshalb großartig, weil er Teil eines ganzen Hofgefüges ist, und ich vom Hof Schafgarbe genauso gerne Fleisch und Wurst wie Käse kaufe. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat Juni 2020 ist: Grisette vom Ziegenhof Scellebelle in Münster/Westfalen

“Ich bin so froh, mit dem Käse endlich einen guten Lebensrhythmus gefunden zu haben, dafür stehe ich auch gerne mal mitten in der Nacht auf.” Dieser Satz von Sabine Jürß geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es steckt soviel darin. Daß es Struktur braucht, um gut durchs Leben zu kommen. Daß es lange dauern kann, bis frau zur passenden Struktur findet. Daß es ok ist, sein eigenes Ding zu machen. Denn mitten in der Nacht aufstehen, das bedeutet auch kein oder sehr wenig “normales” Sozialleben mit 8-17h/Montag-Freitag-Menschen. Stattdessen: sechzig Ziegen, ein Marktstand und Käse nach französischem Vorbild, wie die Grisette, ein kleiner geaschter Frischkäsetaler. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat Mai 2020 ist: das Weichkäse-Dreigestirn der Domäne Fredeburg in Schleswig-Holstein

Vielleicht liegt es am unterschwellig stets präsenten Krisen-Psycho-Streß, vielleicht ist es einfach nur Zufall, oder auch Mangel an Planung auf Heinzelcheese-Seite: Ich lege Euch schon wieder Weiches ans große Käseherz, und statt einem auch gleich drei. Pirschbachbrie, Domänenländer und Domowoj von der Domäne Fredeburg sind einfach so gut, und es gibt so wenige Käse dieser Art in verläßlicher Qualität und Menge hierzulande. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat April 2020 ist: Weißer Bollheimer von Haus Bollheim in Zülpich-Oberelvenich

Eigentlich… schon wieder ein der Krise geschuldetes “eigentlich”! Eigentlich wollte ich Euch dieses Schmuckstück erst nach einem Besuch bei Kühen und Käser ans große Käseherz legen. Aber wer weiß, wann das sein wird, und da wir ja im Moment lernen, wie viel virtuell auch ganz gut geht (oder gehen muß): hier ist die Erweiterung Eures Käsehorizonts um den Weißen Bollheimer. Das Leben muß weiter gehen. » Weiterlesen…

Der Käse für den Monat März 2020 ist: Buurenkaas von Kaasboerderij Booij/Streefkerk, NL

Gouda ist Gouda ist Gouda – oder? Nein, natürlich nicht. Und selbstverständlich ist das allen klar, die diese monatlichen Käse-Highlights abonniert haben. Ihr wißt, daß die unter diesem Namen vermarkteten Käse nicht alle aus der Stadt Gouda (aus niederländischem Mund klingt das in etwa wie “chauda”) kommen, sondern dort nur traditionell gehandelt wurden. Daß ein junger Gouda eigentlich eher schnittfeste Milch heißen sollte (was auch nett sein kann). Daß die Verarbeitung von Rohmilch keinesfalls die Norm ist – undsoweiter undsoweiter. Und freut sich, zur tatkräftigen Auffrischung der Geschmacksnerven ein lange und langsam gereiftes Exemplar wie diesen nach 25 Monaten mürbe bröckelnden, großartig ausdrucksvollen Buurenkaas (Bauernkäse) von der Kaasboerderij Booij probieren. » Weiterlesen…