Heinzelwein-Dreier im April 2019: Riesling und sichtbare, schmeckbare Zeit

Nadine Olonetzky hat dieses Gedicht mit Ornament überschrieben. Aber die Illustrationen in ihrem eigentümlich anrührenden Buch „Belichtungen“ (Kommode 2018) sind keine Ornamente. Entstanden durch gefundene Objekte, die auf langsam vergilbenden Papier ihr Abbild hinterlassen haben, sind die blassen hellgelben Umrisse vor nur leicht dunklerem Hintergrund sichtbar gemachte Zeit. Wein ist schmeckbar gemachte Zeit. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im März 2019: Neue schwarze (und weiße!) Mädchentraube und Nadine Olonetzkys Gedanken zur schmeckbaren Landschaft

Schwarze Mädchentraube klang früher ähnlich wie Rosenthaler Kadarka: rot und süß und, seien wir ehrlich, nicht wirklich gut. Aber Mauern können fallen, Kadarka kann ein großartiger, sehr lebendiger und feiner Wein sein (vor allem aus dem ungarischen Szekszárd – obgleich die Sorte an sich aus Nordalbanien stammt, aber das ist eine andere Geschichte) und die Mädchentraube hat mich vor kurzem sehr überrascht. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Februar 2019: Gehen, fallen und wieder aufrichten, Laurie Anderson, Erling Kagge und Chardonnay

Ich trinke ziemlich viel und ziemlich gerne Wein (und gehe mal davon aus, daß Ihr, die Ihr dies lest, dem Wein ebenfalls nicht vollständig abgeneigt seid). Das funktioniert gut, weil ich im Ausgleich dazu auch sehr gerne und sehr viel gehe. Ziemlich weite Strecken, zu Fuß. Aus meiner Sicht ist Gehen eine vollkommen unterschätzte körperliche Betätigung. Super-praktisch (frau gelangt ohne Hilfsmittel von A nach B) und super-therapeutisch (frau kriegt den Kopf frei vom alltäglichen Wirrwarr). » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier für den Januar 2019: Goethe, das nicht immer offensichtliche Glück und schäumender Rosé

Es war ein volles, intensives Jahr in so vielerlei Hinsicht. Die nicht endende Trockenheit schien manchmal wie Blei, Leichtigkeit wurde zum raren Gut – und deshalb sorgen wir zumindest im Glas jetzt und hier gleich mal vor. Zweimal Rosé, schäumend und leichtfüßig (ja, stimmt, gibt es bei Heinzelwein öfter – siehe eingangs). » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier für den Dezember 2018: Emrich-Schönleber, Kanonkop und James Baldwin

Es war ein intensives, reich gefülltes Jahr, mit Höhen und Tiefen vielerlei Art, in dem ich nicht zuletzt diese Serie begonnen habe. Ich hoffe, daß sie Euch ebenso viel Stoff zum Nachdenken gibt, wie sie mich beschäftigt – und daß die teilweise sehr losen Verbindungen zwischen Gedanken und Weinen Sinn machen. Das Leben ist eine Reise…
„I am saying that a journey is called that because you cannot know what you will discover on the journey, what you will do with what you find, or what you find will do to you.“
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Heinzelwein-Dreier für den November 2018: Licht und Dunkel. Carpentin-Apfel, Alicante und Herman Melville

Der Heinzelwein-Dreier ist eine monatliche Serie, die Ihr hier abonnieren könnt. Manchmal ist es schon echt anstrengend, auf der optimistischen Seite des Lebens zu bleiben. November-Blues? Nein. Eine Baustelle hinterm Haus, wo ein ganzer Komplex abgerissen wird, der erst 20 Jahre » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Oktober 2018: Schäumender Riesling, australischer Shiraz und Emily Dickinson bzw. Ben Okri

Emily Dickinson hat extrem zurückgezogen Mitte des 19. Jahrhunderts in Amherst in Massachusetts gelebt. Calvinistisch erzogen, also streng und bescheiden, für ihre Zeit sehr gebildet und auf eine geradezu mystische Weise empfindsam und offen, drückte sie sich vor allem in Gedichten aus, die erst 1890, vier Jahre nach ihrem Tod erschienen. Sie stehen seit langem in meinem Bücherregal, weil sie auf nahezu geniale Weise Natur, Dinge, Gedanken und Empfindungen ausdrücken und oftmals etwas weiterführen, das auch im Weinglas zu finden und so schwer in sachliche Worte zu fassen ist. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im September 2018: Herbst, Riesling und Ruchè – und einmal mehr: Rilke

Was für ein Sommer – heiß, trocken, bedrohlich, schwer erträglich für viele. Die Luft voller Spannung, viele Menschen nicht minder. Beunruhigende Nachrichten aus allen Himmelsrichtungen. Und doch, immer wieder, im Kleinen wie im Großen, wunderbare, hoffnungsvolle Momente, Freundlichkeit und Zuversicht… Ihr merkt, es herbstet beim Heinzelwein… » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im August 2018: Sauvignon Gris, Kalecik Karası und Khalil Gibran

Das Leben kann wunderschön sein – wenn man, frau es denn läßt. Gerade komme ich vom Bosporus zurück. Ja, da war es noch heißer als hier, und ja, ich höre die Einwände, und doch, ich weiß, was da vor sich geht. Und trotzdem, gerade deshalb, jetzt erst recht: hier sind zwei türkische Weine, Weine aus Anatolien. Denn genauso wie beim Riesling von den amerikanischen Finger Lakes oder Furmint vom Balaton in Ungarn:  ob und wann ich diese Weine trinke, lasse ich mir von niemandem diktieren. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Juli 2018: Encruzado, Riesling und Robert Macfarlane

In diesem Heinzelwein-Dreier möchte ich drei persönliche Entdeckungen mit Euch teilen – zwei eher überraschende, und eine, die vorauszusehen war. Beginnen wir mit letzterer. Die Rieslinge vom Weingut Von Othegraven in Kanzem an der Saar. Ja, das gehört Günther Jauch, und ja, wir wissen, daß Andreas Barth ein ziemlich guter Weinmacher ist. Trotzdem hat mich die Kollektion 2017 in ihrer Gesamtheit ziemlich umgehauen – soviel Ausdruck, soviel Geradlinigkeit und dabei soviel Vergnügen. » Weiterlesen…