Heinzelwein-Dreier im März 2020: Wach. Und (un)ruhig. Und grau, aber hell.

Nein, es soll hier nicht ums Wetter gehen, und auch nicht um die Gesundheit. Eigentlich wollte ich aus Paris schreiben, den guten alten Macho Hemingway in seinen noch jugendlichen Jahren mit seiner uneingeschränkten Trinkfreudigkeit zu Wort kommen lassen, Euch entsprechende Weine ans bacchusgeneigte Herz legen… Aber nein. Paßt nicht. Die Stimmung ist anders. Das herrschende Grau ist nicht das des Pariser Frühlingshimmels, sondern eines, das sich gerade versucht, in unsere sowieso schon belasteten Seelen zu schleichen und Panik zu verbreiten. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Vierer (!) im Februar 2020: Rot, bittersüß und säurefroh – für die vielen Seiten in uns.

Dieser Dreier ist ein Vierer. Weil ich so definitiv keinen Lieblingswein habe, sondern mich im Gegenteil momentan ganz besonders schwer entscheiden kann. Und in jedem von uns so viele stecken! Gerade noch heiter und zuversichtlich bin ich auf einmal von Zweifeln geplagt, bekomme positives Feedback und spüre zugleich, wie sich in mir das Impostor-Syndrom regt… Und statt Gedicht gibt es diesmal dies: Olafur Eliassons Installation Your Uncertain Shadow. Weil ich finde, daß es diese vielen Ichs in uns verbildlicht – auch wenn sie nicht immer alle so hübsch bunt sind. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Januar 2020: Bodenhaftung, Inspiration – und Freiheit

Jahresende, Jahresanfang: Bodenhaftung ist angesagt, nochmals. Dieses Mal mit meiner vielleicht wunderbarsten Wein-Entdeckung der letzten Monate, richtig gutem Sake. Ich weiß, ich brauche immer ein bißchen länger mit den Trends – aber jetzt hört Ihr es auch von mir. Gegenstück dazu im Weinglas: Rotwein der feinen, intellektuellen Art. Nein, das heißt nicht kompliziert, sondern leise und zum Hinhören auffordernd, von Anders Frederik Steen. Und Toni Morrison… » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Dezember 2019: Anregendes zum Feiern, Beruhigendes zum Durchhalten – und Rebecca Solnit zur Hoffnung im Dunkel

Ach ja, der Dezember… kommt gefühlt jedes Jahr schneller nach dem letzten lauen Spätsommerabend auf dem Balkon. Auf einmal ist die Winterzeit über uns, und das Dunkel, und trotzdem bleibt der Terminkalender prall gefüllt, obgleich die Sehnsucht nach Ruhe drängt. Eine eigenartige Stimmung zwischen Erschöpfung und Feierlaune, denn natürlich läuten gleichzeitig die Merry-Merry-Merry-Jahresendzeitglocken immer lauter, drängen sich ab Thanksgiving die Weihnachtsfeiern – was ja auch schön ist. Und bedeutet: wir brauchen einerseits ruhigen, soliden Rotwein, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren, und andererseits richtig guten Korkenplopp-Stoff, um auf all die guten Dinge anzustoßen, die dieses Jahr mit sich gebracht hat. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im November 2019: Fremde und Andere, gestern und heute – italienischer Frizzante, spanischer Rotwein und Patti Smith

Jetzt mal ehrlich: schon mal von Ortrugo gehört? Ich nicht, jedenfalls bis neulich Abend. Kam beim Sommelierdiplom garantiert nicht vor. Damals dachten wir ja noch, man könne tatsächlich alles über Wein wissen. Es gab sogar eine Zeitschrift, die so hieß. Die Weinwelt war aus britischer Händlersicht sortiert, was in London nicht getrunken wurde, existierte kaum. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Oktober 2019: Kanada und die Schönheit im Kleinen und im Großen

Kanada – wilde Weite, greifbare Natur. Der ständige Kampf, als Mensch darin sein Auskommen zu finden, in vielerlei Hinsicht noch ganz unmittelbar zu spüren. Und soviel Schönheit. Ich war zehn Tage in (auf?) Neufundland, ganz oben im Nordosten des Kontinents, wo Nordamerika beinahe noch an Europa hängt – und habe zehn Tage lang in kanadischem Wein geschwelgt. Denn ja, dort wächst großartiger Stoff. Ok, nicht in Neufundland, aber in Nova Scotia, Ontario, Québec, British Columbia… Gibt es hier leider nur gaaaanz selten. Aber hier sind zwei, die hervorragend in den Herbst passen, für besondere Momente (und dafür um so mehr zu lesen). » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im September 2019: Traminer-Herbstlust und Gedanken zum Älterwerden mit Susan Sontag

Ich lese gerade viel zum Thema Demenz und beschäftige mich mit dem Älterwerden – wahrscheinlich eine Reaktion auf die trotz mittäglich hochsommerlicher Temperaturen deutlich kürzer werdenden Tage und kühleren Nächte. Der Herbst naht; und es gibt für mich kaum einen Wein, der so sehr in den Übergang zwischen Sommer und Winter paßt wie der Traminer mit seinen lebhaften, aber in ihrer rauchigen Intensität auch beinahe melancholischen Aromen. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im August 2019: österreichische Bubbles, Rosé aus Südfrankreich und der Tao Te Ching von Lao Tzu

Es ist ein Klischee, ich weiß, aber im Sommer steigt meine Rosé-Lust ganz extrem. Besonders die südfranzösischen Rosé-Weine aus Grenache und Syrah, die Frucht und Körper mit Frische so wunderbar verbinden, fangen Tageshitze und laue Nächte in sich auf und machen Sommerkulinarik mit Tomaten, Oliven, Hummus & Co zu wahren Festessen. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Juli 2019: Erfrischendes für die Sommertage, Besinnliches aus dem Barock und Yoko Ono

Direkter Einstieg: Sommer, Sonne, Strand, Wasser – Frohsinn. Weißwein. Aus sonnigen Gefilden., nämlich der iberischen Halbinsel. Einmal ganz fruchtbetont, rund und wonnig (Melone und Schinken!), einmal duftig, aber etwas herber (Wildkräutersalat! Sashimi!). Beide begegneten mir ganz unverhofft. » Weiterlesen…

Heinzelwein-Dreier im Juni 2019: Pinot Noir, Chardonnay und Freunde in Amerika

Ich war gerade, endlich mal wieder, in New York. Fünf Tage voll von dieser verrückten Energie, die im einen Moment so beglückend und inspirierend ist und schon im nächsten gefährlich nahe an Verzweiflung und Wahnsinn führen kann…aber ich bin froh um die vielen Freunde dort und anderswo in den USA. Sie sind der eigentliche Grund, von Zeit zu Zeit in den Flieger zu steigen. Außerdem, natürlich: amerikanische Weine trinken! » Weiterlesen…