HeinzelCheeseTalk #40: Kanada! Und Vermont. Freitag, 9. Juni 2017

Gäbe es Kanada nicht, müßte man unter den gegenwärtigen Umständen erfinden. Ein echtes Einwanderungsland, das Neuankömmlinge als Bereicherung empfindet und von „wir“ spricht statt von Leitkultur und Integration. Was den Käse betrifft, haben die Anglo-Kanadier die Tradition des Cheddars mitgebracht, Franko-Kanadier hingegen die Vorliebe für Alpines nach Art des Comté, Weichkäse und Blauschimmel aus Schafsmilch. » Weiterlesen…

Käse des Monats Mai 2017: Kamakh rijal aus Persien

Ja, nein, ich war weder im Iran, noch in Kurdistan, Aserbaidschan oder Armenien. Leider, denn spätestens seit ich das neueste Lese-Kochbuch meiner Freundin und Kollegin Naomi Duguid hier liegen habe, zieht es mich sehr in diese Richtung. Den Kamakh Rijal könnte ich dort allerdings auch gar nicht erleben, wenn der Foodhistoriker und Persien-Spezialist Charles Perry, über den ich darauf gestoßen bin, recht hat (was allermeistens der Fall ist): dieses alte Streichkäse-Rezept ist angeblich ausgestorben. Schwer zu glauben – es ist so einfach, daß ich es sofort selbst ausprobiert habe. » Weiterlesen…

Ein neuer Käse-Ort: Alte Milch in der Markthalle Neun, Berlin

„Da ist jemand, der will hier in der Halle Käse reifen.“ Das war das erste, was ich von Matthias Becker und seinem Alte Milch-Projekt hörte. Ich gebe zu, daß ich das nicht sehr erst nahm. Ich kann mich nicht erinnern, ob der lange, schlaksige Kerl damals auch schon grundsätzlich eine Wollmütze trug, aber es hätte meine Erwartungen nicht unbedingt gesteigert. Inzwischen habe ich längst Abbitte geleistet, und der Alte-Milch-Stand gehört für mich zu den Höhepunkten der Markthalle Neun. » Weiterlesen…

HeinzelCheeseTalk #39: Biodynamik und Käse, vom Capriolenhof, Marienhöhe und Remeker. Freitag, 28. April 2017

Biodyn – das sind doch die Super-Ökos, Spinner, die Kuhhörner mit Mist füllen und vergraben und dann bei Mondschein im Acker verteilen – oder? Ja und nein. Auch Heinzelcheese hat eine Weile gebraucht, um zu verstehen, wie jene, die Rudolf Steiners Gedanken in die Praxis umsetzen, wirklich ticken. Und warum. Glücklicherweise machen einige von ihnen Käse, großartigen Käse, und damit wird das Verstehen einfacher, weil es sich erschmecken läßt, und die Zusammenhänge (wichtiges Wort, in diesem Zusammenhang!!) erkennbar werden. » Weiterlesen…

Der Käse des Monats April 2017: Callu de cabreddu aus Sardinien

Drei Dinge gibt es Sardinien in rauen Mengen: Schafe (drei Millionen, die sich mit etwa halb so vielen menschlichen Bewohnern gut vertragen), Disteln (in beeindruckend vielen Varianten, von eßbar, Artischocken, bis ästhetisch, aber sehr stachelig) und Steine (die über die Jahrtausende in unterschiedlichste Formen arrangiert worden sind, zu runden Nuraghe-Tempeln und langen Trockenmauern, aber immer noch sehr zahlreich einfach so in der Gegend herumliegen.
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