Heinzelcheesetalk #85: Let’s Feta! Freitag, 14. Januar 2022. In der Markthalle Neun. Geimpft/genesen und getestet.

Ein frohes neues Jahr wünsche ich Euch – klingt ziemlich banal und abgedroschen, und in seiner Schlichtheit doch so schön… laßt uns einfach das Beste aus dem machen, was denn da kommen mag. Mehr geht sowieso nicht. Wir setzen uns also zusammen (wenn auch in omikron-ausgedünnter kleinerer Runde), um zumindest auf den Käsebrettern ans Mittelmeer zu reisen und uns genauer mit dem Thema Feta auseinanderzusetzen. Wörtlich, in vielen verschiedenen sprachlichen Varianten des östlichen Mittelmeers: “weißer Käse, Käse in Scheiben”. Eine Konservierungsmethode, wie alle Käse. Und scheinbar banal. Feta ist Feta – oder? Ja eben, oder. Denn eben nicht!

In zwölf Varianten verkosteten wir den mehr oder weniger gereiften, in Salzlake gelagerten Weichkäse, aus Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch und Kombinationen davon, aus dem Allgäu, Frankreich, Bulgarien, Griechenland und der Türkei, beschäftigten uns mit Säure und Salz, dem individuellen Bitterempfinden und Texturen. Und kamen zu dem Schluß, daß uns das meiste gut gefiel, auf unterschiedliche Art und Weise, und die Kühe den Schafen und Ziegen keinesfalls nachstehen müssen. Wir diskutierten über Authentizität, Herkunftsschutz und sich ständig wandelnde Gebräuche von Homer bis nach Edirne und Ezine…

Es war ein Vergnügen, diese Facette des Käse-Universums mit Euch ein bißchen auszuleuchten – sowie Eure Reaktionen auf die ganz unterschiedlichen Weine zu beobachten! Nach dem runden, leicht gerbigen, hefetrüben Prinz Noah von Harteneck aus Baden (danke Suff!) hatte ich einen Retsina-Run mitgebracht: zweimal aus Roditis – ganz frisch und schlank der Ritinitis von Gaia, runder und das Harz etwas eingebundener der Kechribari von Kechris – und dann der immer wieder beeindruckende Tear of the Pine von Kechris, aus Assyrtiko: “alles andere als ein Alltagswein”, wie wahr. Der Ribca von den Butuls aus Slowenien dann ganz anders, nahezu birnenduftig und sehr anmutig, der 2013 Kavaljon von Belba ein seltener Ausflug nach Albanien und schließlich der Öküzgözü Vintage aus demselben Jahrgang von Kayra rund und wärmend, zum Feta aus Epirus (im Nordwesten Griechenlands, an der albanischen Grenze), und dem Beyaz Peynir aus Ezine (aus Kuhmilch!), den Stars dieses Heinzelcheesetalks. Bis bald!

HeinzelCheeseTalks finden (hoffentlich weiterhin regelmäßig!) rund einmal im Monat an einem Freitag um 18h in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg statt, an dem langen Tisch gegenüber vom Suff-Weinstand. Ich bringe spannende Käse mit, öffne ein paar Flaschen Wein, wir verkosten, reden, diskutieren, alles ganz entspannt (und größtenteils auf deutsch – obgleich wir es im allgemeinen auch schaffen, den einen oder anderen auf englisch “mitzunehmen”). Die Einladung geht etwa zehn Tage vorher an alle Abonnenten, die sechzehn Plätze am Tisch werden auf Reservierung per Email vergeben, die meinerseits spätestens am Samstag vor dem HeinzelCheeseTalk schriftlich bestätigt wird. Ich freue mich über einen freiwilligen Kostenbeitrag von fünfzehn Euro pro Käsegenießer (bar am Ende des Abends), wenn’s extra viel Spaß gemacht hat, dürfen es auch ein oder zwei Euro mehr sein… cheesio!

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