HeinzelCheeseTalk RAWfair Spezial: Naturwein trifft Naturkäse. Freitag 27. November 2015

Wir waren ziemlich aufgeregt und auch ziemlich stolz: die wunderbare “crazyfrenchwoman” Isabelle Légéron (Master of Wine!) hatte beschlossen, mit ihrer RAWfair, dem Treffen von Naturweinen und -winzern nach Berlin zu kommen, in die Markthalle Neun (wohin sonst?!)! Da mußten wir uns natürlich so richtig ins Zeug werfen, hier am östlichen Rande des Kontinents (so sieht das zumindest aus der Inselperspektive der RAWfair-Heimat London aus). Heinzelcheese hatte sich mit Naturwein-Super-Spürnase Alex Zülch von Vins Vivants zusammen getan, um mit Euch die Begegnung zwischen natürlichen Weinen und Käsen zu erkunden.

RAWfair BerlinWas sind Naturweine, fragte sich sicher der eine oder andere – und wer auf der RAW in der Markthalle war, hat jetzt wahrscheinlich eine bessere Vorstellung davon. Die meisten Winzer würden sagen: “Nichts oder sowenig wie möglich im Keller getan, weg genommen oder hinzugefügt.” Desgleichen werden die Trauben so naturnah wie möglich angebaut: “more than organic“, mehr als bio, hat mir mal jemand in der großartigen (Natur-) Weinbar Ten Bells in der Lower East Side von New York zu (naturgemäß) später Stunde aufgeschrieben. Alex bringt seit Jahren eine sehr spannende Auswahl dieser Weine nach Deutschland und hatte für uns einige seiner Lieblinge dabei.

Kälberlab LochWas ist Naturkäse? Dasselbe Spiel: keine gesetzliche Definition, nicht einmal ein weithin gebräuchlicher Begriff. Doch abgeleitet vom Naturwein sollte es dabei um die bestmögliche unbehandelte, also rohe Milch gehen und naturnahe, schonende Methoden beim Käsen, inklusive dem Dicklegen (Stichwort Lab – rechts seht Ihr die getrockneten, aufgerollten Kälbermägen der eigenen Tiere von der Alpe Loch). Ich hatte eine internationale Auswahl dieses sehr besonderen Stoffs dabei…

HCTraw2Zuerst reisten wir mit dem Chiascuro der Seresin Estate nach Neuseeland, zu dem Leah Seresin den cheddar-artigen Lincolnshire Poacher aus England mitgebracht hatte, der ähnliche, an getrocknete Ananas erinnernde Noten zeigte. Dann ging es mit Alex nach Frankreich, und mit dem ersten Käse nach Italien. Der Montébore kommt aus dem Val di Giarolo im äußersten Südosten des Piemont und hat seit dem 15. Jahrhundert dank eines SlowFood Presidio überlebt. Dann Évora aus Portugal, Alpe Loch aus dem Bregenzerwald, zwei Schafskäse von der Rancho Frontiera aus Masuren/Polen, Burduf aus Rumänien… alles roh und sehr nah an der Natur, also das Gegenteil von Scheibletten! Cheesio und Dank an Euch, für Eure großartige Aufgeschlossenheit.

Finale

HeinzelCheeseTalks finden rund einmal im Monat an einem Freitag um 18h in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg statt, an dem langen Tisch gegenüber vom Suff-Weinstand. Ich bringe spannende Käse mit, öffne ein paar Flaschen Wein, wir verkosten, reden, diskutieren, alles ganz entspannt (und größtenteils auf deutsch – obgleich wir es im allgemeinen auch schaffen, den einen oder anderen auf englisch “mitzunehmen”). Die Einladung geht etwa zehn Tage vorher an eine Mailingliste, dann werden die Plätze am Tisch auf Reservierung vergeben: wer schnell genug ist, ist dabei! Bitte sagt aber Bescheid, wenn Ihr dann doch nicht kommen könnt – es gibt immer eine Warteliste. Ich freue mich über einen freiwilligen Kostenbeitrag von zehn Euro pro Käsegenießer, wenn’s extra viel Spaß gemacht hat, dürfen es auch ein oder zwei Euro mehr sein… cheesio!

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