HeinzelCheeseTalk zum Fünfzehnten: Käse vom Schaalsee! Freitag, 26. Juni 2015

Letztes Mal mit Amerika von ganz weit weg, dieses Mal mit dem idyllischen Schaalsee auf halbem Wege zwischen Berlin und Hamburg von ganz nah dran: Think global, act local. Oder auf Käse-Speak: kenn Dich weltweit aus und iß (auch) das, was vor der Haustür entsteht. Wobei „entsteht“ viel zu abstrakt klingt. Käse entsteht nicht einfach, er wird tatkräftig gemacht.

Foto 4In diesem Fall von Ute Rohrbeck, die in Rögnitz auf ihrem Hof Kunst und Käse seit über dreizehn Jahren Ziegenmilch zu vielen verschiedenen, aber alles eher kleinformatigen Käsen verarbeitet, vom Blauen Künstler, über „Zigarren“ bis hin zu Meckpomm. Und von Rüdiger Petersen, ihrem Kollegen und Nachbarn. Der ist auf seinem Kranichhof in Bantin eher großformatig unterwegs, wenn er die Milch seiner Kühe in die Käseform begleitet. Sein Bauernkäse gehört zu meinen Ja-bitte-jederzeit-Lieblingskäsen. Beide hatte ich gerade besucht und Euch natürlich Stoff mitgebracht, um die mecklenburgische Käselandschaft zusammen zu erleben. Im Glas gab es dazu diesmal nicht dieselbe Herkunft, sondern unterschiedlichste Provenienzen aus dem HeinzelCheese-Keller und von der Weinhandlung Suff, global und lokal.

Petersen QuarkEinmal mehr wart Ihr eine fantastische Gruppe, die Stimmung am Tisch war richtig energiegeladen und voller guter Laune. Wir begannen mit Riesling-Bubbles und Ute Rohrbacks schneeweißer, erfrischend frischer Dicken Liese. Passte. Und dann mußte ich Euch einfach (zu dem äußerst gelungenen Töplitz Grauburgunder aus Werder bei Berlin) den famosen Quark und Schmand von Rüdiger Petersen erleben lassen – etwas derart Konzentriertes und Intensives habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

Petersen KäseEs hätte keine bessere Einführung zu seinen vollkommen unprätentiösen Käsen geben können, deren Qualität vor allem auf der großartigen Milch beruht. Der Kranichhof ist genau das Gegenteil des pittoresken Kunst & Käse, und  überhaupt nicht geeignet für urbane Freizeitbauern-Hochglanz-Veröffentlichungen. Aber diese Kühe sind wirklich glücklich, und sie sind wirklich wunderschön (diese Hörner!), und Rüdiger Petersen weiß haargenau, worauf es wirklich ankommt.

Kühe Petersen

Er schwört auf heimisches Futter, Weide und vor allem frische Luft – und das schmeckt man (und das schmecktet Ihr!) in seinem Schaalseer Bauernkäse, dem kleineren, weicheren runden Bantiner und dem sechs Monate gereiften, (höchst) aromatischen Tilsiter. Zugleich habt Ihr entdeckt, wie sich sowohl säurebetonte, reduktive Weißweine als auch weicher Rosé vom Mittelmeer mit solch Charakterdarstellern geschmacklich verändern.

Käseauswahl Kunst&Käse

Dann ging es an die Auswahl, die ich von Ute Rohrbeck mitgebracht hatte (die ihre Käse auch in ihrem  Laden in der Solmsstraße in Kreuzberg verkauft): kremiger Camembert, die viel trockenere, faszinierende Thymianflöte, die scheinbar sehr ähnliche und doch so unterschiedliche und anspruchsvolle kleine runde Babette. Rotwein vom Bodensee und aus Württemberg begleiteten uns dabei, und wir beendeten den Abend mit einem echten Highlight: Blauer Künstler, außen blau und innen blau und doch gar nicht scharf, und dazu ein üppigweicher roter Österreicher für die einen und Christian Stahls brillante Scheurebe für die anderen (und für manche beides…). Danke, besonders auch an Carla für die Bilder – und bis bald!

Blauer KünstlerHeinzelCheeseTalks finden rund einmal im Monat an einem Freitag um 18h in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg statt, an dem langen Tisch gegenüber vom Suff-Weinstand. Ich bringe spannende Käse mit, öffne ein paar Flaschen Wein, wir verkosten, reden, diskutieren, alles ganz entspannt (und größtenteils auf deutsch – obgleich wir es im allgemeinen auch schaffen, den einen oder anderen auf englisch “mitzunehmen”). Die Einladung geht etwa zehn Tage vorher an eine Mailingliste, dann werden die Plätze am Tisch auf Reservierung vergeben: wer schnell genug ist, ist dabei! Bitte sagt aber Bescheid, wenn Ihr dann doch nicht kommen könnt – es gibt immer eine Warteliste. Ich freue mich über einen freiwilligen Kostenbeitrag von zehn Euro pro Käsegenießer, wenn’s extra viel Spaß gemacht hat, dürfen es auch ein oder zwei Euro mehr sein… cheesio!  

HCT 15 Weine

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