Sake trifft Käse im April 2021: Harushika Tokimeki und Young Buck aus Nordirland

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Walter sagt: Die Kategorie Sparkling Sake ist noch nicht sehr alt und ist vielleicht aus diesem Grund außerhalb von Japan verbreiteter und beliebter als im Land selbst. Trotzdem gibt es einen traditionellen Bezug, denn ursprünglich wurde ein einfaches alkoholisches Getränk aus Reis oft zuhause gebraut, namens Doburoku. Diese Praxis wurde in der Meiji-Ära (1868 bis 1912) mit der Einführung von Steuern auf Alkohol untersagt. Daraufhin entwicklte sich auf der Basis des Doburoku der Nigorizake, trüber Sake, der aufgrund der Hefe- und Mostpartikel, die absichtlich nur zum Teil herausgefiltert werden, um das Hefearoma zu betonen, etwas an Federweisser erinnert. In den letzten Jahren kommen immer wieder neue Variationen von Nigorizake auf den Markt, teils mit deutlich mehr Kohlensäure, manchmal halbtrocken, oft lieblich.

Zu letzteren gehört der Tokimeki der Brauerei Harushika in Nara, deren Super-Dry Sake wir im Januar vorgestellt haben. Dieser Sparkling Sake mit dem herzigen Etikett liegt mit -100 (!!) am entgegengesetzten Ende der SMV-Skala, ist also wirklich süß. Trotzdem hat er noch genug andere Aromen, die für eine gute Balance sorgen und ihn nicht pappig-süß wirken lassen. Dazu kommt die feine Perlage, die in diesem Fall sogar auf der Flaschengärung basiert, während bei vielen Sparkling Sake Kohlensäure zugesetzt wird.

Hier gibt es keinen Zweifel betreffs der Trinktemperatur: er schmeckt gut gekühlt wirklich am besten, ob als Aperitif oder zum Dessert – die Brauerei empfiehlt frittiertes Huhn, Pommes Frites und Kartoffelsalat mit Mayo.

Brauerei: Harushika
Name: Tokimeki
Typ: Sparkling Sake (Nigorizake)
Alk.: 6,5 %
SMV: -100
RPR: 70%
Säure: 5.5
Reis: Hinohikari
Präfektur: Nara

Heinzelcheese sagt: Der Tokimeki war einer der ersten Sake, die ich überhaupt probiert habe. Ich gebe zu: ich war skeptisch, sehr skeptisch, und die roten und goldenen Herzen halfen da nicht! Doch ganz ehrlich: Abbitte war fällig. Die Herzen sind in Ordnung. Wie Walter ganz richtig sagt, schmeckt der Tokimeki alles andere als pappig-süß, ist mit 6,5% mal ausnahmsweise auf der leichten Seite, und die Kohlensäure wirkt belebend. Er duftet wie Briocheteig, sehr hefig (was ich ausgesprochen gerne mag) und erinnert mich am Gaumen an süße Mandeln, Erdnußbutter und Gianduja, die Süße eingebunden wie bei einer guten Praline, nach hinten vom Umami aufgesogen (Pommes etc kann ich mir gut dazu vorstellen! ;)

Ich hatte vier verschiedene Blauschimmelkäse vorbereitet und war überrascht, wie unterschiedlich der Torimeki auf diese eigentlich relativ ähnlichen Käse reagierte. Bleu d’Auvergne drehte ihn ins Süße und wirkte selbst unangenehm funky. Friesisch Blue von Hof Backensholz nahm ihn mit seiner Kremigkeit auf, verlor ihn dann aber sofort, als die Rotschmierrinde ins Spiel kam. Relativ reifer Stilton war okey-ish. Doch schließlich Tusch und Tätä: Mike Thomsons Young Buck aus Nordirland. Wer hier öfter liest, weiß längst um diesen großartigen Käse, der dem Stichelton, einem Rohmilch-Stilton, nachempfunden ist und doch ganz anders schmeckt: noch dichter, leiser, dunkler, buttriger, beinahe wie Fudge. Das gefiel dem Tokimeki, weil er hier zugleich süße Hefe als auch nussige Umami verstanden wußte, und so verschmolzen die beiden zu einem sehr feinen Käsedessert, voller Herz.

Wenn Ihr Interesse an diesem Sake habt, dann kontaktiert Walter! 

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