Cheese Berlin 2018 – ein glücklicher Rückblick.

Alles begann auch dieses Jahr am Freitag – doch diesmal zog der Käse in die Stadt. Weil die Käsemacher jetzt und für immer ganz im Mittelpunkt der Cheese Berlin stehen, hatten wir uns ein neues Format ausgedacht: Die Käsenacht. Wir verkuppelten die spannendsten Gastronomen, Köche, Weinbars und Craftbeer-Kneipen Berlins mit unseren Käsemachern und -affineuren. Jeder entwickelte sein ganz individuelles Angebot für diesen ganz besonderen Abend, vom kompletten Menü rund um den Käse und den Menschen dahinter, über einen von Macher*In persönlich servierten Käsegang bis hin zu Mensch und Käse am Tresen zur offenen Verkostung, oft in Kombination mit ganz speziellen Weinen oder Bieren. Ja, das führte zur Qual der Wahl, aber was für wunderbare Käsequalen, eine ganze Nacht lang…

 

Am Samstagnachmittag gab es dann natürlich einen Heinzelcheesetalk Spezial, dieses Mal zum Thema Piemont (und zum ersten Mal in unserem neuen Reifekeller). Bei Piemont denken die meisten entweder an Wein (Barolo, Barbaresco, Arneis) oder an Haselnüsse und Nussnougatcreme, vielleicht auch Piemontkirschen.
Aber: Im Piemont gibt es auch eine Vielzahl alteingesessener Käse. Aus den Gebirgstälern kommen so großartige Erlebnisse wie Castelmagno, Robiola di Roccaverano, und die ganzen Tome …

Zusammen mit Mattia von Valsesiana und Enrico vom Familienbetrieb Rosso erschmeckten wir diese Seite der Region um Turin, Asti und Cuneo und hörten dazu die Geschichten der Käse von den Produzenten persönlich. Und natürlich gab es entsprechende Weine vom Consorzio Barbera d’Asti, aber auch Grignolino (klasse zum Robiola) und den verführerischen Ruchè.

Der Samstagabend war wie immer dem großen Get Together aller Käse-Akteure vorbehalten, um sich neu und wieder zu treffen und auszutauschen. Zum zweiten Mal verliehen wir den Ehrenpreis der Cheese Berlin „Fenster zum Hof“, der dieses Jahr an die Familie van der Voort und ihren Remeker ging. Hier ist ein sehr schöner kurzer Film darüber, in dem Onno Gerritse auch wirklich kongenial den Geist der Cheese Berlin einfängt.

Sonntag war es dann soweit: Der. Große. Markt. Randvoll mit Käse! Handwerklich gemachte Käse aus ganz Europa und darüberhinaus, in ihrer ganzen großartigen Vielfalt – und dazu die Menschen, die die flüssige Milch in diese Vielfalt verwandeln. Aus den Alpen und den Niederlanden, Großbritannien und Irland, aus Italien und Frankreich, Österreich und der Schweiz, Slowenien und Bosnien-Herzegowina und natürlich vielen Ecken Deutschlands. Und natürlich auch Brot, Wein, Bier und Süßes dazu.

Neben dem beliebten SlowFood-Stammtisch gab es dieses Jahr eine Interview-Reihe: Meet the Käsemacher, einfühlsam und souverän moderiert von Lea Ligat. Da konntet Ihr Jan Dirk van de Voort (unser diesjähriger Ehrenpreisträger) zum Thema Rethinking Tradition zuhören, Cindy Jahnke vom gleichnamigen Ziegenhof in Schleswig-Holstein sprach zum Thema Frauen in der Käsewelt, Thilo Metzger-Petersen von Hof Backensholz vertrat die „Next Generation Käser“, und Julie Cheyney von White Wood Dairy in Suffolk erörterte „The true value of cheese“.

Es gab Spaziergänge über die Cheese Berlin mit dem Weinglas in der Hand, geführt von Christian von der Weinhandlung Suff, und die großartige Käse-Schule von Käsemeister Michael Bemm: Wie entsteht aus der flüssigen Milch fester Käse?Eigentlich ist das ein kleines Wunder, aber andererseits ist es auch ganz einfach. Ganz praktisch am Mini-Käsekessel, mit Kulturen, Lab und Gallerte – und zum Schluß konnte jeder seinen eigenen, frischen Käse mit nach Hause nehmen.

Heinzelcheese hatte dieses Jahr Gäste geladen. Zuerst Markus Kober, der uns kraft umfangreichen Wissens und Erfahrung erklärte, was denn ein Affineur nun tatsächlich tut, warum Käse so unterschiedlich schmecken, was Rotschmiere ist und warum Blauschimmel eine Maserung hat. Der Schweizer Käsespezialist Konrad Heusser beleuchtete dann die Schweizer AOP Käse, nämlich den Gruyère, den Vacherin Fribourgois, den Vacherin Mont-d’Or und den Etivaz und auch das jüngste Kind dieser Familie, den Glarner Alpkäse. Jedem der Käse liegt ein genaues Pflichtenheft zur Produktion zu Grunde, und trotzdem können die Käse innerhalb einer Kategorie extrem verschieden sein. Warum ist das so, erfuhren wir auf einer ausgedehnten, weinbegleiteten Geschmacks-Exkursion. Mit von der Partie waren die Käsemacher Markus Tschopp (Vacherin) und Walter Bircher, Alphütte „Les Poises“ (Etivaz). Schließlich: Best of USA. Drei Best of Show-Champions der American Cheese Society (Red Hawk, Rogie River Blue und Harbison), mit Peggy Smith (Cowgirl Creamery) und David Gremmels (Rogue Creamery) zwei Ikonen nicht nur der amerikanciehn Käsewelt höchstpersönlich anwesend – und dann noch fantastische Weine von der Westküste im Glas (Eroica Riesling und JChristopher). Wow. Sternstunde. Danke.

Schließlich, am Montag, noch eine Premiere: der Profi-Tag.Weil sich der große Cheese Berlin Markt am Sonntag und die Verkostungen vorwiegend an Endkonsumenten richten, wollten wir am Montag nun explizit dem Fachpublikum Raum für intensive Gespräche geben. Käser*innen und Affineure aus Deutschland und Europa stellten ihr Sortiment vor und trafen Besucher*innen aus der Gastronomie, Hotellerie, dem Käse- und Feinkosthandel. Hier wurde Geschäftliches verhandelt – und das ist auch ein essenzieller Aspekt der Käsewelt!

Bis nächstes Jahr – Euch allen von Herzen Dank und cheesio.

 

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