Trockener Riesling von Hajo Becker und Allgäuer Bergkäse von der Alpe Spicherhalde

Es war warm, es war sonnig, und die Aussicht war großartig. Endlich habe ich es diesen Sommer geschafft, ein paar Tage im Allgäu zu verbringen und zur Alpe Spicherhalde hinaufzusteigen. Das ist jetzt nicht so wahnsinnig heroisch, weil die zwar auf 1478m liegt, aber Balderschwang, das kleine Bergdorf hinterm Riedbergpaß, ja auch schon auf 1044m. Trotzdem, wunderschön ist es, und bei der flachen Hütte angekommen läßt sich auf alle Fälle mit gutem Gewissen ein Käsebrot essen.

AlpenblickFamilie Vögel bringt im Sommer ihre 31 Kühe aus Krumbach hier hinauf, und diese Kühe tragen sämtlich Hörner (was leider eher die Ausnahme ist). Die Milch wird traditionell mit Holzstotzen und Molkekulturen verarbeitet, und der Käse ist wirklich ausgebrochen fein und charaktervoll. Isabelle, die ihrem Schwiegervater beim Käsen hilft, machte mir nicht nur das Käsebrot, sondern nahm mich auch mit in den Reifekeller. Klar, daß ich mit einem großen Stück vom einjährigen weiterlief.

Spicherhalde IsabelleGlücklicherweise ist gereifter Bergkäse ziemlich robust, und trotz sommerlicher Temperaturen und Transport traf das letzte Stück dieses Mitbringsels neulich Abend sehr vergnügt auf eine Flasche Rheingauer Riesling. Nicht irgendeine, sondern den trockenen 2012 Wallufer von Hajo Becker, beziehungsweise dem Weingut J.B. Becker aus Walluf. Der Wein hatte beileibe keine Reifetöne, aber er war auch nicht blutjung, und 2012 war ein entspanntes, reifes Jahr. Außerdem ist Hajo Beckers Stilistik durch den langen Ausbau in großen alten Holzfässern ausgesprochen käse-affin, weil die Säure sehr präsent ist, aber doch nie hart wirkt. Beide fühlten sich jedenfalls sehr wohl miteinander, der Wein ersetzte gewissermaßen die frische Bergluft, die dem Käse in seiner Jugend auf der Spicherhalde um die Rinde geweht war. Und wenn Wein und Käse sich gut verstehen, dann geht es Heinzelcheese natürlich auch gut…

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