HeinzelcheeseLetter für den Januar 2026: Gruyère und Palomino, bodenständige Trendsetter

Ich spar mir jetzt mal das Gutesneues etc. – dass Euch meine allerbesten Wünsche begleiten, wisst Ihr. Möge sich 2026 freundlich zeigen… Ich hab es jedenfalls bereits ziemlich vollgestopft mit Käse-Reiseplänen, nicht zuletzt um Euch möglichst viel O-Ton berichten zu können und neuen Stoff auf die HeinzelcheeseTalk-Brettchen zu legen.

Hier und heute beginnen wir das Jahr mit Grundsolidem (und weithin Erhältlichem!): Gruyère. Beziehungsweise korrekt: Le Gruyère AOP, denn als solcher ist der große, runde Hartkäse aus der Westschweiz geschützt. Was leider immer mehr Bedeutung erlangt, weil besonders in den USA so einige Produzenten ihre nach vielleicht ähnlichem Rezept aber unter ganz anderen geographischen und klimatischen Gegebenheiten erzeugten Käse auch als Gruyère vermarkten. Aber bevor wir uns in Tagespolitik verhangeln: Le Gruyère also. Ganz ähnlich wie etwa Comté gemacht, auch gar nicht so weg vom Jura – und doch ganz anders. Üppiger, voller, geschmeidiger… und bricht und splittert dann doch und schmilzt zugleich wie feinstes Nussnougat, bevor die Kristalle leise krachen, süße Frucht und salzige Kräutrigkeit eng verbunden, bis letztlich ein extra Schuss kremiger Sahne (ja, Pleonasmus, gewollt!) den sprichwörtlichen Sahnetupfer (Wiederholung, ditto!) auf den 14monatigen Käselaib setzt.

Wäre alles ein bißchen viel (und ist es auch häufig, wenn der Stoff nicht 1A gekonnt gemacht und gereift ist), vor allem in größeren Mengen, hat auch was von Suchtpotential – aber: Wein hilft. Ohne Allüren, an Omas Apfelkompott erinnernd ohne direkt fruchtig zu schmecken, eher klar und erfrischend, leicht salzig, meeresbrisig: der 2024 Muelle de Olaso von Luis Pérez ist der kleine (deutlich erschwinglichere) Bruder unseres Feiertagsausnahmewein vom letzten HeinzelcheeseLetter. Ebenfalls Palomino, also die Rebsorte, aus der trockener Sherry entsteht, ebenfalls von den kreidekalkweißen Albarizaböden in Jerez, keine 20 Minuten vom Atlantik entfernt – aber wie „normaler“ trockener Weißwein ausgebaut, also ohne Florhefe und entsprechender Sherrynote, mit normalen, diskreten 13% Alkohol; was fachtechnisch auf spanisch als Vino de Pasto bezeichnet wird, ein Wein zum Essen.

Den Wein bekommt Ihr hier, und hier, und hier… der Käse sollte in jeder einigermaßen anständigen Theke zu finden sein – in welcher Qualität, das ist natürlich eine ganz andere Frage. Der wir beim nächsten HeinzelcheeseTalk auf den Grund gehen werden, am Freitag, den 23. Januar (Einladung folgt separat).

Womit wir voll im Trend liegen, laut Culture, dem amerikanischen Käse-Magazin. Nicht nur mit Gruyère, sondern auch mit guided cheese vacations, geführten Reisen zum Käse, sprich: Heinzelcheese-Exkursionen! Das Programm sollte Ende des Monats stehen und wird ebenfalls ziemlich trendgerecht und trendsetting aussehen. Ihr dürft gespannt sein. Bis dahin noch ein paar Lesehinweise (ein Klick aufs Bild vergrößert es) und Euch allenthalben allermindestens ein Stück guten Käse, der Euch zum Lächeln bringt – oder dies ;)

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