Maître Philippe et Filles

Heinzelcheese schreibt über Käsemenschen und -orte – und hat bis jetzt keinen Eintrag über Maître Philippe? Unglaublich. Schließlich nahm die Käserei im Heinzelcheese-Leben ihren Anfang, weil ich mit Philippe Causse Mitte der 1990er den Laden in der Emser Straße in Berlin-Wilmersdorf aufgebaut habe… Heute sind längst Anaïs und Noémie, Philippe’s Töchter mit von der Partie und der Käse-, Feinkost- und Weinladen heißt folgerichtig Maître Philippe et filles. Hier ist ein Artikel über sie, den ich vor einer Weile für die Zeitung Esspress geschrieben habe:

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„Eigentlich war es ein glücklicher Zufall“, sagt Philippe Causse heute. In Marseille geboren, aber seit langem in Berlin und mit einer Berlinerin verheiratet, tourte er 1993 mit eben dieser durch Frankreich, weil der langjährige Weinhändler nach Ideen für einen neuen Laden suchte. Sie saßen bei einem Winzer in Sancerre beim Mittagessen, Frau Winzerin servierte Salat mit chèvre chaud, warmem Ziegenkäse. Der war so gut, daß sie sofort nach dem Essen den Käser besuchten, der sie wiederum an seinen Affineur verweie, eine Spitzenadresse in Lyon… der Rest ist Berliner Käsegeschichte. Denn als im April 1994 der Laden in der Emser Straße in Wilmersdorf eröffnet (vollklimatisiert und luftbefeuchtet, damit die aus roher Milch handwerklich hergestellten Käse unverpackt angeboten werden können), setzt das tatsächlich ganz neue Standards. Inzwischen sind nach einigen etwas ruhigeren Jahren beide Causse-Töchter mit eingestiegen, und der Laden gleicht wie nie zuvor einer Wunderhöhle an Käse, vielerlei Spezereien (das Angebot an Sardinen sucht seinesgleichen) und natürlich Wein; alles beileibe nicht nur aus Frankreich.

Familie Causse

Anaïs hat die Feinkosterei von der Pike auf gelernt („Ich wollte schon immer mit meinem Vater arbeiten, seit ich zwischen den Weinflaschen laufen gelernt habe“), Noémie ist Quereinsteigerin aus der Kulturbranche und hat den Online-Shop übernommen, weil sie die „vergnatzten Beamten“ leid war und endlich einen Job wollte, bei dem „alle an einem Strang ziehen“. Daß dies bei Maître Philippe der Fall ist, schmeckt man – übrigens auch im Facil, dem Café im Literaturhaus oder bei Tim Raue. Und mit Rosalie hat bereits die nächste Generation zwischen Weinflaschen laufen gelernt.

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