Warnung: Dieser Heinzelwein-Dreier stemmt sich gegen den Trend. Die Weine sind weder günstig noch kuschelig rund, das Gedicht auch kein wirklich tröstendes, sondern alles eher von Trotz geprägt. Denn „jetzt erst recht“ ist meiner Erfahrung nach oftmals ein besseres Motto. Deshalb: Santorini – Griechenlands südlichste Kykladen-Insel. Das klingt nach Sonne, Meer und Strand. Stimmt alles, und die Touristen strömen in entsprechenden Scharen. Sitzen abends in der Taverne auf der Terrasse und starren übers tiefblaue Wasser in den gelborangeroten Sonnenuntergang. Der ist genauso extrem wie so vieles andere auf Santorini, allen voran die Sonnenstunden und Trockenheit. Trinkwasser wird aus Athen herangeschippert, die Handtücher der unzähligen Hotels dort gewaschen. Klingt krass, ist krass. Ein Tanz auf dem Vulkan – im allerwörtlichsten Sinn. Was als Santorini aus dem Wasser ragt, ist quasi der oberste Rand eines aktiven Vulkans, seine Spitze und ein weiterer Schlot Teil des Sonnenuntergangspanoramas.
Die Weine strahlen und blitzen, mit viel zitronengelben Aromen, viel Säure, viel Alkohol, sind Sommer- und Winterweine zugleich, stacheln an und auf. Brauchen ein großes Glas, freuen sich über nahezu alles auf dem Teller, inklusive Zitrone und Olivenöl...
|