Geschmack in Worte zu übersetzen ist nicht einfach, und oft hilft man sich mit Bildern und Vergleichen. Beim Wein sind das im begeisterten Überschwang leider häufig ziemlich gewaltgeladene: Frucht-Bomben, die im Mund explodieren – wirklich? Bombensplitter? Sehr verbreitet sind auch Sortier-Schubladen, allen voran männlich und weiblich, meist definiert durch hart/weich, rot/weiß, langlebig/schnelltrinkig, teuer/günstig – oh Mann. Alle Männer sind tough, alle Frauen sanft und sinnlich… Hat mir noch nie gefallen UND ich habe gerade Liz Plank’s Buch zum Thema toxische Männlichkeit gelesen, For the Love of Men.
Damit Frauen stark sein können, müssen Männer schwach sein dürfen.
Hier also zwei Rotweine, die sowohl das eine und das andere sind, die aus dem Süden kommen (jedenfalls aus Berliner Sicht) und doch nicht feurig schmecken, sondern sinnlich, weich und schmeichelnd, fest und dezidiert zugleich.
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