Krümelig und eher trocken, aus Kuhmilch mit punktuellem Blau. Die Rinde braun, gerillt und dünn, mit deutlichem Räucheraroma – der Las Arenas sprang mich nicht wirklich an bei unserer ersten Begegnung. Ein Freund hatte ihn mir aus Madrid von den großartigen Cultivo-Käsehändlern mitgebracht (danke Florian!). Eigentlich, theoretisch, stimmte alles: Rohmilch, Naturlab, natürlicher Blauschimmel, handwerklich arbeitender kleiner Familienbetrieb in Asturien. Aber um ganz ehrlich zu sein: nach der ersten Begegnung vergaß ich seine Existenz in der großen Tüte, die in meinem Kühlschrank als Käsetresor fungiert.
Erst volle drei Wochen später entdeckte ich ihm beim Aufräumen, packte ihn ergeben nochmals aufs Brett – und ¡Hola! Er krümelte immer noch eher trocken, aber nun gefiel mir das, erinnerte mich an Salers aus der Auvergne und Bleu de Termignon aus der Savoie. Ich hatte das Gefühl, daß wir uns jetzt verstanden, während vorher Funkstille geherrscht hatte, und ich war beinahe traurig bei den letzten Krümeln. Am nächsten Tag stieß ich bei Cees Noteboom, diesem feinen Beobachter und Meister des Beschreibens, auf...
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