Und schon wieder ist es Ostern und April, und wieder – noch immer – liegt sooo viel Ungewissheit vor uns. Deshalb muß zumindest robuster Käse aufs Brett, Käse, der einem diesen gut gemeinten Knuff in die Rippe versetzt, “Kopf hoch” sagt, ein bißchen streichelt und doch zugleich auch anschiebt wie eine Böe frischer Rückenwind beim morgendlichen Joggen. Robust heißt: verläßlich, unkompliziert, und doch immer wieder neu und gut – wie der Cheddar von den Calvers und ihrer Westcombe Dairy im grünen Somerset, auf halbem Weg von London nach Cornwall. Kompakte Laibe, 25 Kilo schwer, fest in Leinenbandagen gewickelt, die im Laufe der zwölf Monate Reife im Keller mit einem feinen graublauen Teppich von Kulturen überzogen werden. Der Duft im blätternd brechenden Teig üppig milchig, geradezu saftig, als laufe man über die Somerset-Wiesen, einen Bach entlang, mit all dem frischen Grün und Leben. Unter der bandagierten Rinde hingegen erdig, ernster, erwachsener, nach Wurzeln wie Pastinaken und Meerrettich. Am Gaumen dann überraschend cremig, die cheddartypische Säure fein balanciert durch ein wenig Süße, wie in einem guten Salatdressing.
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