Es ist eine Platitüde, ja, und doch wert, immer wieder in Erinnerung gerufen zu werden: Leben ist ständige Veränderung. Punkt. Damit anheim gehen trotzdem beinahe immer: Angst und Mutlosigkeit. Warum nur? Fängt schon mit den Jahreszeiten an (und hört auf politischer Ebene beileibe nicht auf – aber das ist eine andere Geschichte): Herbst, dunkel, feucht – jammer. Na und? Licht und Wärme kommen auch und vor allem von innen. Also, Wein ins Glas. Von einem, der’s gewagt hat: Rudi May. Ein Familien-Weingut, 16,5 Hektar, in Franken, Retzstadt, eine kurze Autofahrt nördlich von Würzburg. Spitzenbetrieb, vor allem Silvaner, die Weine regelmäßig ganz oben auf den verschiedenen Treppchen der Weinwelt. Das Überraschende dabei: Bis Ende der 1990er Jahre gab es gar kein Weingut Rudolf May.
Fragt mich jetzt bitte nicht, wie ich von Retzstadt nach Toronto komme – steht einfach an, also wagen: Denn noch mehr Neues als in den fränkischen Reben muß bitte in der Gemeinschaftsverpflegung gewagt werden, Kantinen aller Art, von Kita bis Krankenhaus. Es kann nicht angehen, daß ausgerechnet dort das meiste Essen im Müll landet. Eine der aktivsten Stimmen auf diesem Gebiet gehört der wunderbar wortgewaltigen Wahl-Kanadierin Joshna Maharaj. Die Profiköchin hat sich ganz bewußt für Gemeinschaftsküchen entschieden und schon viel bewirkt, in einer Volksküche, einem Krankenhaus und einem Uni-Campus.
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