Heinzelcheesetalk #42: Anatolien – eine Zeitreise. Freitag 28. Juli 2017

Vor beinahe exakt einem Jahr war meine Reise zu unseren nomadischen Käsewurzeln nach Anatolien fest geplant, die Tickets gebucht, Heinzelcheese super aufgeregt – und dann entschieden höhere Mächte, tief in den widerwärtigen Niederungen der Politik zu wühlen. Viel giftig stinkender Schlamm flog in alle Richtungen. Obgleich ich der festen Überzeugung bin, daß politischen Idioten keinesfalls zugestanden werden sollte, uns vorzuschreiben, wohin wir reisen und wen wir treffen, war mir das alles doch ein bißchen heiß… Langer Rede kurzer Sinn: jetzt hatte sich die Schlammschlacht zumindest soweit beruhigt, daß ich meine türkischen Käse- und Weinfreunde endlich besucht habe. » Weiterlesen…

Der Käse des Monats Juli 2017: Gereifter Ziegenkäse von Kozia Łąka Sery Łomnickie, Łomnica/Polen

Bei meiner ersten Recherchereise nach Polen im August 2014 war ich bereits einmal in einem Ökoladen in Warschau auf zwei Käse von Bożena und Daniel Sokołowscy gestoßen. Sie halten etwa hundert Ziegen auf ihrem Ökohof Kozia Łąka Sery Łomnickie südlich von Jelenia Góra in Niederschlesien, mit Blick aufs Riesengebirge und die Schneekoppe. » Weiterlesen…

HeinzelCheeseTalk #41: Winzerbesuch von der Nahe, Käse aus Polen und Italien. Freitag, 30. Juni 2017

Naturgemäß geht es beim Heinzelcheesetalk in erster Linie um Käse, klar. Aber wenn eine glückliche Fügung ergibt (oh Serendipity, wie lieb ick Dir), daß jemand mit fantastischen Weinen just zu diesem Moment nicht nur in der Stadt, sondern in der Markthalle ist… Da wären wir ja schön blöd, wenn wir zu diesem Menschen, nämlich Johannes Sinss, und seinen Weinen nicht interessante Käse fänden!
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Käse des Monats Juni 2017: Urban Blue von Blue Harbour Cheese in Halifax, Nova Scotia/Kanada

Kleine handwerkliche Käseproduzenten, das klingt immer so wunderbar romantisch, politisch korrekt und nach Idylle – und ist doch bei näherer Betrachtung oft reiner Überlebenskampf, inmitten von viel Überlastung, Verzicht und (zumindest aus meiner Städtersicht) grenzwertigem Chaos. Das kann so extrem ausfallen, daß ich mich manchmal aktiv bemühen muß, dieses Chaos im Kopf von Käse und Qualität zu trennen… Doch es geht auch anders. » Weiterlesen…

HeinzelCheeseTalk #40: Kanada! Und Vermont. Freitag, 9. Juni 2017

Gäbe es Kanada nicht, müßte man unter den gegenwärtigen Umständen erfinden. Ein echtes Einwanderungsland, das Neuankömmlinge als Bereicherung empfindet und von „wir“ spricht statt von Leitkultur und Integration. Was den Käse betrifft, haben die Anglo-Kanadier die Tradition des Cheddars mitgebracht, Franko-Kanadier hingegen die Vorliebe für Alpines nach Art des Comté, Weichkäse und Blauschimmel aus Schafsmilch. » Weiterlesen…

Käse des Monats Mai 2017: Kamakh rijal aus Persien

Ja, nein, ich war weder im Iran, noch in Kurdistan, Aserbaidschan oder Armenien. Leider, denn spätestens seit ich das neueste Lese-Kochbuch meiner Freundin und Kollegin Naomi Duguid hier liegen habe, zieht es mich sehr in diese Richtung. Den Kamakh Rijal könnte ich dort allerdings auch gar nicht erleben, wenn der Foodhistoriker und Persien-Spezialist Charles Perry, über den ich darauf gestoßen bin, recht hat (was allermeistens der Fall ist): dieses alte Streichkäse-Rezept ist angeblich ausgestorben. Schwer zu glauben – es ist so einfach, daß ich es sofort selbst ausprobiert habe. » Weiterlesen…

Ein neuer Käse-Ort: Alte Milch in der Markthalle Neun, Berlin

„Da ist jemand, der will hier in der Halle Käse reifen.“ Das war das erste, was ich von Matthias Becker und seinem Alte Milch-Projekt hörte. Ich gebe zu, daß ich das nicht sehr erst nahm. Ich kann mich nicht erinnern, ob der lange, schlaksige Kerl damals auch schon grundsätzlich eine Wollmütze trug, aber es hätte meine Erwartungen nicht unbedingt gesteigert. Inzwischen habe ich längst Abbitte geleistet, und der Alte-Milch-Stand gehört für mich zu den Höhepunkten der Markthalle Neun. » Weiterlesen…

HeinzelCheeseTalk #39: Biodynamik und Käse, vom Capriolenhof, Marienhöhe und Remeker. Freitag, 28. April 2017

Biodyn – das sind doch die Super-Ökos, Spinner, die Kuhhörner mit Mist füllen und vergraben und dann bei Mondschein im Acker verteilen – oder? Ja und nein. Auch Heinzelcheese hat eine Weile gebraucht, um zu verstehen, wie jene, die Rudolf Steiners Gedanken in die Praxis umsetzen, wirklich ticken. Und warum. Glücklicherweise machen einige von ihnen Käse, großartigen Käse, und damit wird das Verstehen einfacher, weil es sich erschmecken läßt, und die Zusammenhänge (wichtiges Wort, in diesem Zusammenhang!!) erkennbar werden. » Weiterlesen…

Der Käse des Monats April 2017: Calle de cabreddu aus Sardinien

Drei Dinge gibt es Sardinien in rauen Mengen: Schafe (drei Millionen, die sich mit etwa halb so vielen menschlichen Bewohnern gut vertragen), Disteln (in beeindruckend vielen Varianten, von eßbar, Artischocken, bis ästhetisch, aber sehr stachelig) und Steine (die über die Jahrtausende in unterschiedlichste Formen arrangiert worden sind, zu runden Nuraghe-Tempeln und langen Trockenmauern, aber immer noch sehr zahlreich einfach so in der Gegend herumliegen.
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HeinzelCheeseTalk #38: Pecorino & Co, direkt aus Sardinien! Freitag, 07. April 2017

Heinzelcheese war Anfang April zum ersten Mal in (auf?) Sardinien. Das war lange fällig, um endlich den Ursprung des Pecorino besser zu begreifen. Und all der anderen Käse, die die Schafhirten der Insel seit Jahrtausenden machen. Einen, maximal anderthalb Liter Milch fließen täglich aus den zwei Zitzen eines Schafes – im Vergleich zu Kühen der Moderne eine winzige Menge. Aber diese Milch ist dafür um so konzentrierter, ein echtes Superfood! Ich war unter anderem bei der Familie Bussu, die einige von Euch vielleicht auf der letzten Cheese Berlin kennengelernt haben, eine der besten Adressen für traditionellen Fiore Sardo. » Weiterlesen…