Käse des Monats Dezember 2017: St Jude von Julie Cheyney, White Wood Dairy/NE Suffolk, UK

„Ich möchte die Milch im Käse zum Singen bringen.“ Julie Cheyney ist keine romantisierende Quereinsteigerin (und nichts gegen die!), sondern eine solide, studierte Fachfrau mit viel Erfahrung (sie war beinahe 30 Jahre mit einem Bauern verheiratet). » Weiterlesen…

Käse des Monats November 2017: Alpkäse von der Helmingen im Lecknertal/A&D

Eine meiner schönsten und klarsten Erinnerungen im Zusammenhang mit der Arbeit am und zum Thema Käse ist eine Wanderung durch das Lecknertal, das sich im Bregenzerwald hoch über Hittisau über Scheidwang und Gunzesried in Richtung Oberstaufen zieht. Es war still bis auf das ferne Geläut der Kuhglocken, ich begegnete nur wenigen Menschen. In mir trug ich Bilder der Alpe Helmingen, auf der ich gerade Marianne Schwarz kennengelernt hatte. » Weiterlesen…

Käse des Monats Oktober 2017: Pecorino di Farindola aus den Abruzzen/Italien

Es war nicht einfach, sich nach diesem wunderbar dichten Käse-Reise-Monat für einen Monatskandidaten zu entscheiden! Aber die Liste wird sukzessive abgearbeitet, versprochen. Für den Oktober vorerst ein Ausflug nach Süden, in die Abruzzen, zwischen Gran Sasso und Pescara, für eine Nachhilfestunde in Sachen Lab: Pecorino di Farindola. » Weiterlesen…

Käse des Monats September 2017: Pultost von Avdem aus Lesja, Gudbrandsdalen/Norwegen

Wer sich je auch nur flüchtig mit der norwegischen Käse-Historie beschäftigt hat, wird beim Titel dieses Beitrags vielleicht etwas stutzig. Gudbrandsdalen, dieses langgestreckte, von hohen Gebirgen umgebene Tal im südlichen Herzen Norwegens, wird im allgemeinen mit dem Brunost assoziiert. » Weiterlesen…

Käse des Monats August 2017: Kars Kaşar aus Boğatepe/Ostanatolien, Türkei

Zwei Dinge faszinieren mich ganz besonders an den traditionellen Käsen Anatoliens: in ihnen sind die Verbindungen zur Vergangenheit, zu den nomadischen Anfängen unserer Kultur, noch sehr lebendig, und sie bringen die Schichtungen und Vermischungen unserer kulturellen Prägung deutlich zum Ausdruck. Wir alle sind Migranten und von vielen Kulturen geprägt, wir sind uns dessen nur nicht immer bewußt. » Weiterlesen…

Der Käse des Monats Juli 2017: Gereifter Ziegenkäse von Kozia Łąka Sery Łomnickie, Łomnica/Polen

Bei meiner ersten Recherchereise nach Polen im August 2014 war ich bereits einmal in einem Ökoladen in Warschau auf zwei Käse von Bożena und Daniel Sokołowscy gestoßen. Sie halten etwa hundert Ziegen auf ihrem Ökohof Kozia Łąka Sery Łomnickie südlich von Jelenia Góra in Niederschlesien, mit Blick aufs Riesengebirge und die Schneekoppe. » Weiterlesen…

Käse des Monats Juni 2017: Urban Blue von Blue Harbour Cheese in Halifax, Nova Scotia/Kanada

Kleine handwerkliche Käseproduzenten, das klingt immer so wunderbar romantisch, politisch korrekt und nach Idylle – und ist doch bei näherer Betrachtung oft reiner Überlebenskampf, inmitten von viel Überlastung, Verzicht und (zumindest aus meiner Städtersicht) grenzwertigem Chaos. Das kann so extrem ausfallen, daß ich mich manchmal aktiv bemühen muß, dieses Chaos im Kopf von Käse und Qualität zu trennen… Doch es geht auch anders. » Weiterlesen…

Käse des Monats Mai 2017: Kamakh rijal aus Persien

Ja, nein, ich war weder im Iran, noch in Kurdistan, Aserbaidschan oder Armenien. Leider, denn spätestens seit ich das neueste Lese-Kochbuch meiner Freundin und Kollegin Naomi Duguid hier liegen habe, zieht es mich sehr in diese Richtung. Den Kamakh Rijal könnte ich dort allerdings auch gar nicht erleben, wenn der Foodhistoriker und Persien-Spezialist Charles Perry, über den ich darauf gestoßen bin, recht hat (was allermeistens der Fall ist): dieses alte Streichkäse-Rezept ist angeblich ausgestorben. Schwer zu glauben – es ist so einfach, daß ich es sofort selbst ausprobiert habe. » Weiterlesen…

Ein neuer Käse-Ort: Alte Milch in der Markthalle Neun, Berlin

„Da ist jemand, der will hier in der Halle Käse reifen.“ Das war das erste, was ich von Matthias Becker und seinem Alte Milch-Projekt hörte. Ich gebe zu, daß ich das nicht sehr erst nahm. Ich kann mich nicht erinnern, ob der lange, schlaksige Kerl damals auch schon grundsätzlich eine Wollmütze trug, aber es hätte meine Erwartungen nicht unbedingt gesteigert. Inzwischen habe ich längst Abbitte geleistet, und der Alte-Milch-Stand gehört für mich zu den Höhepunkten der Markthalle Neun. » Weiterlesen…

Der Käse des Monats April 2017: Calle de cabreddu aus Sardinien

Drei Dinge gibt es Sardinien in rauen Mengen: Schafe (drei Millionen, die sich mit etwa halb so vielen menschlichen Bewohnern gut vertragen), Disteln (in beeindruckend vielen Varianten, von eßbar, Artischocken, bis ästhetisch, aber sehr stachelig) und Steine (die über die Jahrtausende in unterschiedlichste Formen arrangiert worden sind, zu runden Nuraghe-Tempeln und langen Trockenmauern, aber immer noch sehr zahlreich einfach so in der Gegend herumliegen.
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