Der Käse des Monats Juli 2017: Gereifter Ziegenkäse von Kozia Łąka Sery Łomnickie, Łomnica/Polen

Bei meiner ersten Recherchereise nach Polen im August 2014 war ich bereits einmal in einem Ökoladen in Warschau auf Käse von Bożena und Daniel Sokołowscy gestoßen. Sie halten etwa hundert Ziegen auf ihrem Ökohof Kozia Łąka Sery Łomnickie südlich von Jelenia Góra in Niederschlesien, mit Blick aufs Riesengebirge und die Schneekoppe.

Letzteres weiß ich allerdings nach wie vor nur aus dem Internet und Berichten – ich war immer noch nicht dort, Schande übers Heinzelcheese-Haupt und mea culpa… Aber das turophile Schicksal ist hartnäckig: als ich vor kurzem aufgrund einer Einladung nach Poznań zu einem polnischen Weinwettbewerb in dem Kultur-Hub SPOT war (sehr inspirierend, hinfahren!), wie immer mit viel zuwenig Zeit, aber trotzdem froh, all die Menschen und Weine kennenzulernen, stand dort neben den Winzern in der großen Abschluss-Verkostung – der Ziegenhof  Kozia Łąka Sery Łomnickie!

Ich weiß schon, warum Serendipity mein Lieblingswort ist… Natürlich war alles etwas zeitgedrängt, und ich habe kein Foto von dem Stand gemacht, aber ich habe Käse gekauft. Womit wir endlich beim Käse des Monats wären (Tusch!): dem gereiften Ziegenkäse von Kozia Łąka Sery Łomnickie, Ser dojrzewający kozi naturalny.

Der gefiel mir (und Euch HeinzelCheeseTalkern) bereits im August 2014, bei unserem vierten Treffen (inzwischen sind wir bei #42!). Was ich damals schrieb – „offensichtlich mit verschiedensten Kulturen gereift und dann abgebürstet: sehr vielschichtig und zwar trocken, aber nicht zu trocken, salzig, aber nicht zu salzig“- hat sich wiederum bestätigt. Ein schlichter, fabelhafter Käse, der einen Ausflug nach Niederschlesien ganz weit oben auf die Reiseliste setzt.

Es gibt einen weiteren Grund, in diese Richtung zu fahren: das Weingut De Sas in Krośnice. Anna Zuber und Leszek Budzyński haben dort 2006 die ersten Reben gepflanzt. Ich habe sie ebenfalls im SPOT in Poznań kennengelernt, sie arbeiten sehr naturnah und experimentieren mit unterschiedlichen Ausbauweisen. Anna hat mir dann eine Flasche ihres Parus Słomowe nach Berlin geschickt, wo er just zum HeinzelcheeseTalk mit den polnischen Käsen eintraf und einfach großartig zu unserem Favoriten paßte. Die Riesling-Trauben werden vier Monate auf Stroh getrocknet und dann spontan mit während anderthalb Monaten zu einem ganz trockenen, und doch honigintensiven (unfiltrierten, umgeschwefelten) Wein mit einem Anflug von nussigen Sherrytönen vergoren. Den Käse freute es, und mich um so mehr. Auf nach Polen.

 

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